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Volleyball: Sindelfingen besiegt – Reifeprüfung bestanden

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75_icon_volleyball_schwarz_auf_weiss_250pxMit einem 3:1 (25:19, 23:25, 32:30, 25:22) Heimsieg über den alten und neuen Tabellenzweiten VfL Sindelfingen festigte die TG Bad Waldsee ihren Spitzenplatz in der Volleyballoberliga. Es hätte eine glanzvolle Werbung für die Sportart Volleyball im Allgemeinen und der Volleyballkultur in Bad Waldsee im Besonderen werden können. Wäre da nicht der Missklang nach gut zwei Stunden Spielzeit gewesen. Beim Stand von 23:22 im vierten Satz für die Platzherren brachte eine durch ein Missverständnis der Referees herbeigeführte unklare Spielsituation der TG einen weiteren Punkt zum 24:22. Die allzu heftigen und beleidigenden Proteste des Sindelfinger Trainers ahndete der erste Schiedsrichter regelkonform mit einer roten Karte. Diese hat im Volleyball einen Punktgewinn des Gegners zur Folge. Der fällige Matchball geriet dadurch zu einer Entscheidung am Schiedsrichtertisch. Großer Jubel bei der TG, ungläubiges Staunen bei den Fans. 25:22 und Matchwinner TG.

Vorangegangen waren 123 Minuten eines hochklassigen und dramatischen Duells zweier Teams auf Augenhöhe. Die mit zwölf Spielern in voller Kampfstärke angereisten Gäste aus dem Stuttgarter Ballungsraum waren begleitet von einem lautstarken Aufgebot an Schlachtenbummlern. Erstmals konnte man vor der Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule einen leibhaftigen Reisebus einer Gastmannschaft vorfinden. Doch auch die einheimischen Fans hatten sich in großer Zahl eingefunden, am Ende verzeichneten die Gastgeber einen Rekordbesuch von über 150 Zuschauern. Somit war auch auf den Rängen ein echter Wettbewerb zur Unterstützung beider Kontrahenten entstanden. Diese zeigten sich des außergewöhnlichen Szenarios würdig und boten Volleyball in seinen attraktivsten Erscheinungsformen.

Hinsichtlich des Spielaufbaus und der Angriffseffizienz standen sich beide Teams in nichts nach. Ungemein aufschlagstark präsentierte sich der VfL, was in gewissen Phasen zu Annahmeschwächen seitens der TG führte. Immer wieder setzte es lange Aufschlagsserien der Gäste, so wie im von der TG verlorenen zweiten Durchgang, wie auch im Mittelteil des ominösen und vorentscheidenden dritten Satzes.

Demgegenüber verstand es die TG sowohl im Aufschlag, wie auch im exzellenten Blockverhalten den Gegner unter Druck zu setzen. Gerade die Blockarbeit hatte Trainerin Evi Müllerschön den ihren in der vergangenen Woche intensiv geübt, was über weite Phasen reiche Früchte zeitigte. „Ich freue mich auf die heutige Herausforderung, jetzt können wir zeigen, was wir wirklich können“, hatte Evi Müllerschön vor dem Match zu Protokoll gegeben. Es entwickelte sich für beide Mannschaften denn auch ein überaus harter Schlagabtausch, würdig der exponierten Tabellensituation beider Protagonisten.

Den besseren Start legten die Gastgeber mit furioser Geschwindigkeit aufs Parkett und ehe sich die Gäste im Spiel fanden, hatte sich der Abstand derartig vergrößert, dass an ein Aufholen nicht mehr zu denken war. Postwendend gestaltete der VfL die Retourkutsche. Als sei der Angriffswirbel der TG ein Strohfeuer gewesen, zogen die Gäste in Ruhe und Abgeklärtheit ihre Bahn im nächsten Spielteil. Freilich gegen Satzende stark abgebremst durch eine wieder erwachte Heimmannschaft.

Falls überhaupt ein augenscheinlicher Unterschied beider Mannschaften zu verzeichnen war, betrifft dies deren mentale Stärke, eine Eigenschaft, die die Männer um Jan Herkommer in diversen letzten Spielen beeindruckend an den Tag legten. So setzte es nach den beiden unterschiedlich gelaufenen Spielabschnitten einen dritten Durchgang, wie man ihn nicht alle Tage erlebt. Ab 23:24 aus Waldseer Sicht gönnte sich der VfL das Privileg, ganze sieben Satzbälle nicht zu verwandeln. Es gehört nicht viel Phantasie her, zu erahnen, was ein verlorener dritter Satz seitens der TG für den weiteren Spielverlauf bedeutet hätte. So aber nahm sich Zuspieler Simon Scheerer, der an diesem Tag seine Aufgabe alleine zu erledigen hatte, ein Herz und riskierte beim Stand von sage und schreibe 30:30 einen platzierten, überaus harten Sprungaufschlag zum 31:30. Üblicherweise wird bei einem Satzball anschließend eine weniger risikobehaftete Variante gewählt. Nicht so Scheerer, dem das Kunststück ein weiteres Mal gelang. Das zweite Aufschlagsass in Folge krachte dabei fast auf den Zentimeter genau an die Stelle des Vorigen. Aufatmen beim TG-Anhang.

Nicht viele Mannschaften existieren, die einen derartigen Satzverlauf mental verkraften können. Und so hatte auch die Sindelfinger Truppe zunächst alle Mühe, in Teil vier des Dramas wieder auf die Füße zu kommen. Schnell gerieten die Gäste bis zu sieben Punkte in Rückstand, weil sich die TG Annahme mit Jan Herkommer, Hannes Lampert und Libero Pascal Eisele sehr stabil zeigte und damit Zuspieler Scherer immer wieder ein erfolgreiches Aufbauspiel ermöglichte. Blockstark zeigten sich Christian Romstedt, Simon Bergmann und Ralf Sauerbrey, während im Angriffsspiel Pirmin Dewor einen seiner besten Tage erwischt hatte.

Im letzten Satzdrittel jedoch stellten die Gäste ihre Qualitäten nachhaltig unter Beweis. Endlich hatten sie den Schock des dritten Satzes aus den Knochen geschüttelt, gaben keinen auch noch so unmöglichen Ball verloren und kämpften sich mit dem Mut der Verzweiflung nahe an die TG heran. Plötzlich stand das Spiel wieder auf des Messers Schneide, fast unerträglich legte sich Spannung über das Spielfeld. Bis zur besagten Szene. Groß der Frust auf Gästeseite ob dieser letztlich etwas unglücklichen Schlussphase. Leider verwehrte am Ende der Gästecoach den sportlichen Handschlag mit Evi Müllerschön, ein negatives Novum in der Waldseer Halle. Andererseits kann die TG von sich behaupten, die Reifeprüfung gegen einen überaus starken Gegner zunächst bestanden zu haben. Die TG ist nun Herbstmeister, eine überaus schwere Rückrunde mit sehr harten Auswärtsspielen steht an. Evi Müllerschön weiß was anliegt: „Unsere Annahme muss noch sicherer werden, sonst gerät das Rückspiel in Sindelfingen zur unlösbaren Aufgabe. Meine Mannschaft hat aber tatsächlich gezeigt, was sie kann. Reifeprüfung eben.“

Franz Vogel

Das TG-Aufgebot: Herkommer, Lampert, Niedermaier, Scheerer, Romer, Dewor, Sauerbrey, Bergmann, Romstedt, Breyer, Eisele.

 

Landesliga, Männer

VfB Ulm – TG Bad Waldsee II 3:0 (25:17, 25:19, 25:19)
Nichts zu holen gab es für die zweite Männermannschaft in der Landesliga beim Auswärtsspiel beim Tabellendritten VfB Ulm. Dabei nahmen alle drei Sätze den gleichen Verlauf. Ohnehin mit knapper Besetzung angereist, hielten die TG – Männer zwar in allen Sätzen ordentlich mit, mussten sich aber zum Satzende hin den routinierten Gastgebern jeweils klar geschlagen geben. So kamen sie im Endeffekt nie in die Nähe eines Satzgewinns. Die TG rangiert damit weiterhin auf dem siebten Platz der Tabelle..
TG: Daniel Scheerer, Matthias Walther, Valentin Marth, Nils Herkommer, Ferdinand Wollin, Henry Limp, Manuel Perner

 

Jugendergebnisse

U18 Juniorinnen, Landesliga:
SV Holzgerlingen – TG Bad Waldsee 0:2 (14:25, 20:25)
TV Rottenburg – TG Bad Waldsee 2:1 (19:25, 25:16, 15:7)
FV Tübinger Modell – TG Bad Waldsee 0:2 (11:25, 19:25)
Mit sieben Punkten im Gepäck kehrte die U18 vom Landesligaspieltag in Burladingen nach Hause. Obwohl Coach Jan Herkommer auf zwei Stammspielerinnen verzichten musste kam das Teams gegen den SV Holzgerlingen und das Tübinger Modell zu zwei sicheren und ungefährdeten Siegen. Auch gegen Tabellenführer TV Rottenburg ging der erste Satz überraschend auf das Konto der TG, ehe sich diese in einem guten U18 Spiel noch mit 1:2 geschlagen geben musste. Damit liegen die TG-Mädchen vor dem letzten Spieltag uneinholbar auf Platz zwei der Landesligatabelle und haben sich damit bereits vorzeitig für die Württembergischen Meisterschaften qualifiziert.
TG: Mara Schmidinger, Julia Gamrot, Maya Wollin, Cathrin Reimer, Tabea Wagner, Johanna Reihs, Anastasia Galusic, Luisa Fluhr

U18 Juniorinnen, Bezirksliga:
TG Bad Waldsee – SV Hauerz 2:0 (25:11, 25:16)
TG Bad Waldsee – VfB Ulm 2:0 (25:17, 25:18)
Mit zwei souveränen Siegen gegen die beiden vor dem Spieltag vor ihnen liegenden Teams vom SV Hauerz und dem VfB Ulm hat die zweite U18 Mannschaft an ihrem Heimspieltag sechs Punkte eingefahren. In beiden Spielen zeigten die Einheimischen eine prima Leistung und konnte sich jeweils früh entscheidend absetzen. So kamen sie nie in die Gefahr eines Satzverlustes und haben sich damit auf den zweiten Platz in der Tabelle vorgearbeitet. Mit drei Punkten aus den letzten beiden Spielen kann sich die TG somit aus eigener Kraft den Bezirksmeistertitel sichern.
Aileen Firley, Jasmin Wachinger, Melanie Bucher, Amelie Blaut, Saskia Czöndör, Anouk Rebstock und Silvana Schellhorn

U18 Junioren, Bezirksliga:
TG Bad Waldsee – VfB Ulm 0:2 (0:25, 0:25)
TG Bad Waldsee – TV Markdorf 0:2 (20:25, 14:25)
Ohne zu glänzen kam die U18 an ihrem Heimspieltag zu sechs Punkten. Gegen den TV Markdorf begannen die Waldseer äußerst schwach und lagen bis 18:18 – zum Teil mit fünf Punkten – immer im Rückstand. Immerhin steigerten sich die Jungs zum Satzende und konnten den Satz noch zu ihren Gunsten entscheiden. Deutlicher verlief Durchgang zwei, in dem die TG schnell in Führung ging und diese auch sicher nach Hause spielte. Kampflos gingen die Punkte des zweiten Spiels aufs Waldseer Konto, da der VfB Ulm erst gar nicht antrat. Damit stehen die Waldsee vor dem letzten Spieltag wieder auf Platz zwei der Bezirksligatabelle.
TG: Pirmin Bucher, Noah Kling, Dominik Koop, Magnus Mast, Paolo Petrino, Gero Schairer, David Wiegel, Benni Fritzenschaf, Dawood Bayani, Stefan Ustinov

U16 Mädchen, Bezirksliga:
TG Bad Waldsee – TV Kressbronn 2:1 (24:26, 25:11, 15:9)
TG Bad Waldsee – SV Ochsenhausen 0:2 (9:25, 15:25)
Mit einem 2:1 Sieg gegen den TV Kressbronn erkämpfte sich die U16 zwei weitere Punkte und steht vor dem letzten Spieltag weiter auf Platz vier der Tabelle. Nach verlorenem erstem Durchgang konnten die TG-Mädchen die Partie in einem deutliche gewonnenen zweiten Satz und einem Tie-Break Sieg noch drehen. Auch gegen den verlustpunktfreien Tabellenführer SV Ochsenhausen konnten sie zumindest im zweiten Satz lange Zeit gut mithalten, ohne allerdings in die Nähe eines Satzgewinns zu kommen.
TG: Amelie Blaut, Nora Groß, Viktoria Zaiser, Sophia Soherr, Franca Eisele, Sara Osmanovic, Fabienne Golle, Tabea Wagner

U14 Jungs, Bezirksliga:
TG Bad Waldsee I – TG Biberach 2:0
TG Bad Waldsee I – SSV Wilhelmsdorf 1:1
TG Bad Waldsee II – VfB Friedrichshafen II 2:0
TG Bad Waldsee II – VfB Ulm I 0:2
TG Bad Waldsee II – VfB Friedrichshafen I 0:2
TG Bad Waldsee II – VC Wolfurt 1:2
TG Bad Waldsee III – VfB Friedrichshafen III 0:2
TG Bad Waldsee III – VfB Ulm III 2:0
Die erste Mannschaft holte in der Platzierungsrunde der Teams mit älteren Spielern einen Siege und ein Unentschieden hat die Platzierungsrunde damit auf Platz eins abgeschlossen. Die zweite Mannschaft hielt sich auch in der Bezirksendrunde prima und erreichte mit einem Sieg gegen den VfB Friedrichshafen 2 neben einer Niederlage gegen den späteren Bezirksmeister aus Ulm das Halbfinale. Dort musste man sich trotz einer erneut guten Leistung vor allem der körperlichen Überlegenheit der ersten Mannschaft des VfB geschlagen geben. Im Spiel um Platz drei gegen den VC Wolfurt lieferten sich beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe, das die TG nach zwei denkbar knappen Sätzen schließlich im Tie-Break verlor. Auch die junge dritte Mannschaft hielt sich erneut prima und erreichte mit einem Sieg gegen Ulm drei Platz acht im Bezirk.
TG 1: Justus Göttel, David Schwarz, Max Wespel, Janos Czöndör
TG 2: Fabian Soldan, Tobias Graf, Finn Frank, Timo und Luca Ehm
TG 3: Marvin Soldan, Samuel Degasperi, Beat Renz, Hannes Souard, Joshua Bohner