Volleyball

Start in die Volleyballsaison: Ein Schritt nach vorne – oder aber Klassenerhalt

Mit fünf aktiven Teams starten die Bad Waldseer Volleyballer in ihre Spielzeit 2016/17. Es handelt sich zunächst um die beiden Herrenmannschaften, die sich in der Oberliga Württemberg beziehungsweise Landesliga Süd messen werden. Bei den Damen tritt die erste Mannschaft in der Landesliga Süd, die Zweite in der A-Klasse Süd (Trainer Jan Herkommer) und die Dritte (Trainer Lucas Romer) in der B-Klasse Süd an. Unterschiedliche Ausgangspositionen, abhängig von Kadergröße und Erfahrung in den jeweiligen Ligen kennzeichnen dabei die jeweiligen Gefühlslagen der Mannschaften. Während bei den Damen die jungen Teams in der A-und B-Klasse zum Teil erste Erfahrungen im aktiven Spielbetrieb sammeln, richten sich die Blicke der drei Großen in der Oberliga und Landesliga auf realistische Saisonziele.

 

Herren I – Oberligaroutiniers mit Ambitionen

Gehörte die erste Herrenmannschaft der TG Bad Waldsee noch vor wenigen Jahren zu den klassischen Fahrstuhltrupps zwischen Landes- und Oberliga, können sich die TG-Vorzeigecracks nunmehr endgültig zum Stamm der Oberliga und damit zu den württembergischen Spitzenteams zählen. Freilich lief es in der vergangenen Saison nicht optimal, wahrscheinlich lag die Zielvorstellung in den Köpfen von Mannschaft und Umfeld zu hoch, nachdem in der Saison 2014/15 ein bemerkenswerter zweiter Tabellenrang erreicht worden war und man haarscharf am Aufstieg in die Regionalliga vorbeigeschrammte.

Inzwischen arbeitet Trainerin Evi Müllerschön seit über einem Jahr mit der „Ersten“, äußert sich aber in ihren Prognosen überaus vorsichtig. Als scheue sie die kleine Enttäuschung der letzten Spielzeit, klingen ihre Ausführungen sehr realistisch: „Wir wollen uns weiterentwickeln, Schritte nach vorne tun. Zu näheren Saisonzielen will ich mich erst nach der Vorrunde äußern.“ Vollkommen logisch diese Aussage, denn in der letzten Spielzeit setzte es eine sehr durchwachsene Hinrunde, während gegen Saisonende die TG groß aufspielte.

Ihr übergroßer Kader des letzten Jahres ist schmaler geworden, dennoch stehen immerhin zwölf Spieler – allesamt oberligaerfahren, wenn auch unterschiedlichen Alters – zur Verfügung. Es sind für das Zuspiel Simon Scheerer und Lucas Romer, auf der Diagonalen Pirmin Dewor und Axel Bloching, Jan Herkommer (neuer Kapitän), Hannes Lampert, Paul Breyer und Julian Niedermaier als Außenangreifer und Annahmespieler, schließlich als Mittelblocker Ralf Sauerbrey, Christian Romstedt und Simon Bergmann, nicht zuletzt Libero Pascal Eisele.

Ein Blick auf die Konkurrenten der Oberliga lässt drei neue Mannschaften erkennen, Remshalden und Esslingen als Aufsteiger der Landesliga Nord, sowie Eislingen als Meister der Landesliga Süd. Alle drei sind überaus schwer auszurechnen, da sie mehr oder weniger nahe am Ballungsraum Stuttgart beheimatet sind, wo nach allen Erfahrungen der letzten Jahre häufig neue Mannschaftskonstellationen gebildet werden konnten. Grund dafür ist die Tatsache, dass hier qualifizierte Spieler in beträchtlicher Zahl vorhanden sind. Letzteres geht den Vereinen auf dem Land, und Bad Waldsee gehört nun mal zu dieser Spezies, gänzlich ab. Wie unschwer zu erkennen, ist zum Kader der TG keine neue Kraft gestoßen. Es ist kein Geheimnis: Volleyballer dieses Zuschnitts wachsen nicht auf den Bäumen. Gerade deshalb ist Evi Müllerschön auf „ihre“ Männer stolz: „In Paul Breyer beispielsweise verfügen wir über einen der besten Abwehrspieler der Liga!“

 

Damen I – Klassenerhalt ist Saisonziel

Der so nicht erwartete dritte Tabellenplatz beendete eine turbulente Spielzeit des Landesligateams Damen I. Mitten in der Saison musste der jetzige Trainer Ralf Brzuska die Mannschaft übernehmen – er wurde dem entgegengebrachten Vertrauen mehr als gerecht. Diese Mädchen und Damen bildeten eine gute Mischung aus jugendlichem Schwung und ruhiger Routine.

Anstatt jedoch die Mannschaft organisch durch solides Training weiterentwickeln zu können, sieht sich Brzuska vor dem, was im Bad Waldseer Volleyball leider immer wieder geschieht: Weggang bewährter Kräfte und tragender Spielerinnen. Beruflich begründete und studienbedingte Weggänge müssen auch dieses Jahr verkraftet werden. Damit muss sich die neuformierte Mannschaft zunächst finden – was dabei herauskommt, werden die ersten Duelle in einer überaus starken Liga zeigen.

Immerhin gibt es auch einige Rückkehrerinnen, so Anna Biegert, Juliane Karge und Katja Real. Sollte es personell arg knapp werden, will man auf Kräfte der zweiten Damenmannschaft zurückgreifen. Der aktuelle Kader besteht aus zehn Spielerinnen. Im Mittelblock stehen Katja Fluhr und Andrea Kempter bereit, für das Zuspiel sorgen Sara Schwandt, Karolin Prinz und Juliane Karge, im Außenangriff/Annahme laufen Lisanne Majowski, Katja Real, Stefanie Dewor und Anna Biegert auf, schließlich steht Sabrina Schwandt als Libera zur Verfügung. Für Ralf Brzuska ist steht fest: „Unser Ziel ist klar der Klassenerhalt, schließlich ist die Liga sehr stark und unser Team neu zusammengestellt.“

 

Herren II – Orientierung in der Landesliga

Der Mannschaftsverantwortliche Ralf Sauerbrey kann sich freuen. Seine Mannschaft, die er erstmals eigenständig trainiert und betreut, verzeichnet Zuwächse. Zum einen ist es in Person von Peter Gropper ein allbekannter Routinier, der es nach einer zweijährigen Pause nun wieder versuchen will. Ihm zur Seite stehen als Mittelblocker noch Henry Limp und Ferdinand Wollin. Mit Fynn Bayer als Libero steht ein vielversprechender junger Mann in der Verantwortung für Annahme und Abwehr. Die bewährten Außenangreifer/Annahmespieler Mattias Walther und Valentin Marth erhalten Verstärkung durch einen weiteren Neuzugang, Christian Detlefsen, genannt „Kiste“. Wie der Name unschwer ahnen lässt, kommt er aus dem hohen Norden aus Schleswig Holstein, wo er immerhin Verbandsliga spielte. Als Zuspieler agieren Daniel Scheerer und der von der „Ersten“ gewechselte Tim Schwenk. Die Aufgabe des Hauptangreifers auf der Diagonalposition wird Nils Herkommer lösen müssen.

Befragt nach seinen Eindrücken und der Ligazukunft zeigt sich Trainer Sauerbrey ebenfalls vorsichtig. „Wir spielen als Aufsteiger neu in der Landesliga und werden uns an die härtere Gangart gewöhnen müssen. Immerhin gibt es den einen oder anderen bei uns, der auch schon Oberligaluft geschnuppert hat, so dass wir nicht gänzlich ins Ungewisse gehen. Dennoch ist unser Ziel ein gang Klares, nämlich Klassenerhalt. Alles andere wäre eine schöne Zugabe.“

 

Das Auftaktprogramm des Wochenendes

Das lange Nationalfeiertagswochenende bildet den Auftakt für die Punkterunden der aktiven Volleyballteams. Bereits am Samstag, 1.10.2016, 19.00 Uhr steigt mit dem Duell der TG Bad Waldsee I gegen den SV Esslingen in der Sporthalle der Eugen-Bolz-Schule das erste Oberligamatch der Saison. Wie bereits angedeutet, ist es fast unmöglich, die Spielstärke oder personelle Besetzung des Aufsteigers aus der Landesliga Nord seriös einzuschätzen. Ganz sicher wird es für die routinierten Platzherren kein Zuckerschlecken. Auf jeden Fall wird es hoch spannend sein, eine neue Mannschaft an diesem Abend kennenzulernen.

Das andere Heimspiel des Wocheendes bestreiten am Sonntag um 14.00 Uhr an gleicher Stelle das Landesligateam Damen I, gleich in doppelter Ausführung. Es geht gegen extrem starke Spielpartner in Gestalt des VC Baustetten und des TSAV Eningen. Für das Team von Ralf Brzuska erscheinen diese Begegnungen als echter Maßstab für das was 2016/17 auf die Damen zukommt. Auswärts zugange befinden sich am Samstag, 12.00 Uhr Damen II (A-Klasse) in Muttensweiler und Herren II zum ihrem Landesligaauftaktmatch beim TV Rottenburg III am Sonntag, 17.00 Uhr.

Franz Vogel