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Die zwei Gesichter der TG-Volleyballer

Durch die 2:3 Niederlagen gegen Botnang und Friedrichshafen III rutscht die TG auf den sechsten Tabellenplatz
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Von Franz Vogel

Duelle zwischen Botnang und der TG Bad Waldsee gestalteten sich meist als regelrechtes Spektakel. So auch die Version 2015/16, Rückspiel. Wie zwei Feldherren zogen Evi Müllerschön und ihr Botnanger Kollege die Fäden, immer in der Absicht, dem wechselnden Spielgeschehen eine bessere Wendung zu geben.

Dem wollten die Cracks auf dem Spielfeld in keinster Weise nachstehen und warfen Spiel- und Kampfesfreude in reichem Maß in die Waagschale. Dass dabei die Gäste aus der Stuttgarter Vorstadt knapp und verdient das bessere Ende für sich behielten, entsprang letztlich dem mangelnden Konzentrationsvermögen der Einheimischen. Über weite Strecken erlebten die rund 80 Fans eine kurstädtische Vertretung, die frisch und forsch aufspielte und nach einem eher verschlafenen ersten Durchgang (18:25) dem hohen Favoriten Paroli bot.

Mit 2:1 lagen die schwarzblauen Gastgeber nach den zwei folgenden Sätzen (25:21, 25:18) in Front. Eine Überraschung lag in der Luft und es schien nur eine Frage der Zeit, wann die Vertretung aus Botnang resignieren würde. Was in der Vergangenheit des Öfteren der Fall war, wenn ihr unwiderstehliches, sehr schnelles Angriffsspiel nicht sehr rasch Früchte trug. Doch die einheimische Hoffnung zerstob in Durchgang vier (16:25), als die auffällige Aufschlagstärke des ASV sich mehr und mehr zu Problemen in der TG-Annahme entwickelte. In deren Folge wurde es für den Aufbau der Gastgeber zusehends schwieriger, verwertbare Bälle ans Netz zu den eigenen Angreifern zu bringen.

Zu diesem Umstand gesellte sich in Folge eine steigende Anzahl unkonzentrierter Aktionen, geschuldet möglicherweise den vielen Feiertagen und der trainingsfreien Zeit. Im abschließenden TieBreak kämpften sich beide Teams leidenschaftlich durch die Punkte. Doch fiel immer wieder auf, wie lange Ballwechsel und auch Notbälle immer häufiger zur Beute der Gäste gerieten. Am Ende fehlten den Männern um den solide auftretenden Zuspieler Simon Scherer die Kräfte, um einen Dreipunkterückstand aufzuholen. Diesen hatten sie gleich zu Beginn des finalen Satzes (11:15) eingefahren. Trotz dieser Niederlage waren die Fans über die insgesamt gezeigte ordentliche Leistung gegen einen der Ligaprimusse mehr als zufrieden. Der Beifall am Ende des Spiels für die eigenen Spieler zeigte dies überdeutlich.

Das andere Gesicht der TG mussten zwanzig Stunden später die in überschaubaren Mengen erschienenen Treuesten der Treuen durchleiden. Die TG-Mannschaftsführung hatte entschieden, in diesem Match gegen die gerade mal 16- und 17-jahrigen Kaderspieler jenen Spielern den Vorzug zu geben, die bislang nicht so häufig in der Aufstellung zu finden waren. Diese zeigten einen durchaus akzeptablen ersten Durchgang (25:16), um im zweiten Teil des Spiels in die Fehler des Vorabends zu fallen, eben an der eigenen Konzentrationsfähigkeit zu scheitern. Mit 22:25 musste man den vom ehemaligen Bad Waldseer Andreas Elsäßer trainierten Gästen den Vortritt lassen. Noch einmal jedoch rissen sich die TG-Cracks zusammen und konterten im dritten Akt des Duells überzeugend mit 25:21. Allerdings, um anschließend wie von allen guten Geistern verlassen, durch die Halle zu irren. Mit 20:25 wurde dieser Satz förmlich verschenkt. Dieser Schlendrian änderte sich auch nicht am Ende, wenngleich das nackte Ergebnis im Schlusssatz mit 13:15 recht knapp ausfiel.

Die TG muss sich nun, wohl oder übel, etwas weiter unten in der Tabelle orientieren und vermeiden, in den Abstiegsstrudel zu geraten. Immerhin wird bereits dem schlussendlich Achtplatzierten die Relegation Richtung Landesliga drohen.