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TG Volleyballer beißen sich an vierte Stelle

Hart erkämpfter 3:2 Auswärtssieg bei der SG Sportschule Waldenburg
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In der Vorschau war unter gewissen Umständen ein großes Spiel zwischen Waldenburg und Bad Waldsee in Aussicht gestellt worden. Die Umstände traten ein, ein Spiel, das man so schnell nicht vergessen wird, ging in 2 ¼ Stunden über die Bühne. Am Ende stand für die TG Bad Waldsee ein dieses Mal hoch verdienter, weil leidenschaftlich erkämpfter Auswärtserfolg mit 3:2 (25:23, 20:25, 22:25, 31:29, 15:11). Allein schon die nackten Zahlen verraten einiges über die Dramatik des Geschehens, aus Bad Waldseer Sicht umso mehr, als Trainerin Müllerschöns Truppe auf drei Stammspieler verzichten musste. Es fehlte sowohl Mittelblocker Manual Perner, als auch die etatmäßigen Außenangreifer Lucas Romer und Hannes Lampert.

Da im Volleyball den Außenangreifern noch die Aufgabe der Ballannahme bei den gegnerischen Aufschlägen zukommt, und sie damit den Grundstein für effiziente Angriffe legen, war man schon etwas skeptisch, wie dieser Teil des Aufbauspiels wohl klappen würde. Die in diesen Positionen spielenden Frank Sperfeld, der üblicherweise als Libero eingesetzte Paul Breyer und in erster Linie Axel Bloching verrichteten ihre Aufgabe mit Hingabe und höchst erfolgreich.

Nach gut zwei Stunden harten Kampfes mit unterschiedlichen Satzergebnissen trat die alles entscheidende Phase des leidenschaftlich geführten Duells ein. Die Geschichte schien im vierten Satz beim Stand von 2:1 Sätzen und dem Punktestand von 24:19 für die Platzherren endgültig gelaufen zu sein. Ein unkonzentriert geschlagener Ausball der SG Waldenburg brachte Zuspieler Simon Scheerer an den Aufschlag. An guten Tagen – man weiß es – ist er in der Lage, mit brachial hart geschlagenen schmetterartigen Aufschlägen Punkte zu machen. Bei diesem Stand jedoch entschied er sich für die weichere, wenn auch unberechenbarere Variante. Er sollte Recht behalten. Ball um Ball wurde es nun für die Platzherren schwieriger, erfolgreich zum Abschluss zu kommen. Nach atemberaubenden Ballwechseln bei zunehmender Nervosität der SG stand es dann sage und schreibe 25:24 für die TG. Es sollte noch spannender kommen. Noch einmal gelang der Ausgleich und das Ganze wiederholte sich mehrere Male. Am Ende lautete das Ergebnis 31:29 für die TG.

Schockstarre bei den Platzherren, die einen sicher geglaubten 3:1 Sieg verspielt hatten und selbst nicht so richtig wussten, wie und was ihnen da geschehen war. Auf TG-Seite allerdings hatte das Ganze Namen. Sowohl die gesundheitlich angeschlagenen Pascal Eisele als Libero, wie auch Frank Sperfeld, kämpften wie der Rest des Teams aufopferungsvoll. Dazuhin überzeugten die eingesetzten Mittelblocker Christian Romstedt, Simon Bergmann und Ralf Sauerbrey, ebenso wie Hauptangreifer Pirmin Dewor, dessen Punkteausbeute Bände sprach.

Der abschließende TieBreak startete exakt so, wie es sich Evi Müllerschön und die Mannschaft erhofft hatten. Noch steckte der Schock des Satzverlustes den Platzherren nachhaltig in den Knochen, 0:4 heiß es nach zwei Minuten. Diesen Vorsprung waren nun ihrerseits die Kurstädter nicht mehr willens abzugeben. Nach wenigen Minuten war das Unerwartete geschafft.- Der Tabellenvierte war niedergerungen und in der Tabelle dessen Position erobert. Grenzenlos der Jubel bei Schwarzblau und auf der langen Fahrt nachhause mag die Freude und Stimmung entsprechend ausgefallen sein.

Angesprochen auf etwaige Schwächen in der Mannschaft zeigte sich Evi Müllerschön immer noch etwas unzufrieden mit dem Blockverhalten der Ihren am Netz. Vor allem war es in weiten Strecken nicht gelungen, die gegnerischen Außenangreifer auf der linken Netzseite der TG in den Griff zu bekommen. Der so hart erkämpfte Sieg jedoch lässt die Hoffnung wachsen, man könnte an einem guten Tag auch einen der großen Drei knacken. Für ihr Selbstbewusstsein haben die TG-Männer viel geleistet an diesem Tag. Und es zeigte sich einmal mehr, was eine erfahrene Trainerin aus einem großen Kader zu holen vermag.
Von Franz Vogel