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Spielbericht Herren 1 – Oberliga – TG Bad Waldsee vs. SV Fellbach 3

Bad Waldseer Volleyballherren auch am zweiten Spieltag der Oberliga in eigener Halle erfolgreich.

Von Franz Vogel

TG Bad Waldsee –SV Fellbach III 3:1 (22:25, 25:21, 25:16, 25:16)

Wenn das reine Zahlenergebnis als Aussage für die Auseinandersetzung zwischen Bad Waldsee und Fellbach herangezogen wird, ergibt sich ein falsches Bild über die wahren Kraftverhältnisse. Die TG war keinesfalls so deutlich überlegen, wie die Satzergebnisse zwei bis vier suggerieren. Vielmehr bedurfte es großer Anstrengungen, spielerischer Kreativität und vor allem eines vorbildlichen Kampfgeistes, um die Fellbacher Männer in Schach zu halten.

Von Beginn an starteten die Gäste mit dem Selbstbewusstsein derer, die sich am ersten Spieltag mit einem 3:0 die Tabellenspitze erobert hatten. Bevor sich Weißschwarz umgesehen hatte, stand es ganz schnell 11:2 für die Gäste. Vorausgegangen war eine ganze Serie geschickter Aufschläge auf Seiten der Gäste und ein entsprechend kraftloser Aufbau und Angriff auf TG-Seite. Während ein um’s andere Mal ein Fellbacher Schmetterball den Bad Waldseer Boden fand, schien umgekehrt überhaupt kein Durchkommen möglich, zu beherrschend war der Doppel- und Dreifachblock der Fellbacher Truppe positioniert.

Es bedurfte sehr klarer Worte von Trainer Peer Auer, der sich schon frühzeitig gezwungen sah, eine Auszeit zu nehmen. Mit Teilerfolg. Ganz langsam gelang es den TG-Cracks um Kapitän Manuel Perner, den Abstand zu verringern, dennoch war die Fehlerquote der Gastgeber beträchtlich. Typischer Weise zu Satzende, nachdem man mit 21:22 den Gegner fast gestellt hatte, waren es auf TG-Seite zunächst ein Aufschlag-, dann ein Angriffsfehler, die den Satzverlust bedeuteten. Im Übrigen ein hoch verdienter Erfolg der Gäste, die wiederholt ihre individuelle Klasse durchblitzen ließen. Man hatte den Eindruck, die Rotweißen besäßen reihenweise gute Volleyballer, werden auch klug gecoacht, doch fehlt irgendwie die mannschaftliche Geschlossenheit und von daher der allerletzte Biss.

Hatte sich dieses in Durchgang eins durchaus noch erträglich und mit Satzgewinn Fellbach angelassen, änderte sich das Bild in der Folge drastisch. Peer Auer und seine Männer hatten die Qualität und Ernsthaftigkeit der Unterländer erkannt und hielten nun ihrerseits konsequent dagegen.

„Damentrainer und Volleyballurgestein Jürgen Herkommer meinte nach eineinhalb Sätzen: Dieser Gegner kann Volleyball spielen, aber man kann sie klein halten, ja man muss es, sonst hat man keine Chance.“ Als hätten sie diese Analyse gehört, trat die TG nun auf. Konzentrierte Annahmen der gefährlichen Fellbacher Aufschläge war nun die Regel. Hier brillierte der Abwehrriegel mit Jan Herkommer, Lucas Romer und Libero Rico Gold-Jaudas in seinem letzten Heimspiel. Vor allem Jan Herkommer erzielte bei seinen zahllosen Annahmen eine Quote von fast 100 %.

Dies erleichterte die zentrale Aufgabe des Zuspielers Simon Scheerer, der um Längen besser agierte als noch vor Wochenfrist in Reutlingen. Mit der Steigerung der Blockeffizienz durch Manuel Perner und Ralf Sauerbrey und die urgewaltige Angriffskraft von Diagonal Pirmin Dewor, wuchs die TG zu einem überzeugenden Kollektiv, zeigte sich schlicht und einfach als ein geschlossenes Team.

Jetzt waren es die Fellbacher, deren Angriffsbemühungen hängen blieben und mit zunehmender Spieldauer schien sich Enttäuschung, ja fast Apathie bei den Gästen breitzumachen. Kamen sie zwischenzeitlich an die Gastgeber auf zwei Punkte heran, wusste Peer Auer in Auszeiten das Nötige zu sagen. Dennoch war die TG immer gut beraten, mindestens an die eigenen 100 % zu gehen, ansonsten hätte dieser Gegner erbarmungslos und erfolgreich zurückgeschlagen.

Dieser hart erarbeitete, am Ende doch deutliche, Sieg müsste der Mannschaft ihre wahre Stärken zeigen und auch all das bewusst machen, was in dieser Qualitätsstufe unabdingbar zählt: Spielstärke, taktische Disziplin und vor allem Selbstvertrauen.

Es spielten: Lucas Romer, Jan Herkommer, Manuel Perner, Ralf Sauerbrey, Bastian Goll, Rico Gold-Jaudas, Simon Scheerer, Pirmin Dewor.