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Aufatmen bei den Volleyballer Herren 1 der TG Bad Waldsee

Zum Heimauftakt 3:0 (25:17, 25:14, 25:21) Sieg gegen Oberligaaufsteiger MTV Ludwigsburg II
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80 Fans waren zum ersten Heimspiel des TG- Oberligateams gekommen, um die offenen Fragen, die vor einer Woche entstanden waren, beantwortet zu bekommen. Diese wurden zumindest zum Teil positiv beantwortet. Dem Ungewitter vom letzten Wochenende setzten die Männer von Trainerin Müllerschön ihren erkennbaren Willen entgegen, das heimische treue Publikum zumindest nicht zu enttäuschen. Dies gelang den insgesamt acht eingesetzten Cracks nahezu überzeugend.
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Zur Euphorie allerdings gibt dieses deutlich gewonnene Match keinen Anlass. Die Aufsteiger aus der Barockstadt haben sich als Team offensichtlich noch nicht gefunden, zeigten jedoch einen überragenden Kampfgeist und gaben sich – obwohl fast rettungslos in Rückstand – zu keiner Phase der Begegnung geschlagen. Die Aufschlagsstärke auf TG Seite mag zu einem guten Teil zum insgesamt aus TG-Sicht erfreulichen Verlauf das Seine beigetragen haben. Jedenfalls hatte der MTV vor allem in den ersten beiden Durchgängen seine helle Mühe, aus einer zielgerichteten Annahme heraus ein zwingendes Angriffsspiel aufzuziehen. Auf heimischer Seite nahm man dieses gegnerische Defizit gerne an, um das eigene aus dem Botnangspiel schon etwas angekratzte Selbstvertrauen langsam aber sicher wieder aufzubauen.
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So entwickelte sich bei den in dieser Spielzeit ganz in noblem Schwarz auftretenden Kurstädtern ein solides, einfaches, letztendlich effizientes Volleyball. Zwei Sätze lang konnte Evi Müllerschön den Ihrigen mehr oder weniger ruhig zuschauen, immer in der Gewissheit, für die Mannschaft geriete dieses Spiel zur sicheren Beute. Ihr Vertrauen hatte sie dabei im Zuspiel Simon Scheerer, in der Annahme Libero Julian Niedermaier, dazu den Außenangreifern Lucas Romer und Axel Bloching, den Mittelblockern Manuel Perner und Ralf Sauerbrey, sowie dem Diagonalangreifer Pirmin Dewor geschenkt.
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Erst im dritten Durchgang sah sie sich gezwungen, auf den Außenpositionen zu wechseln und den Neuzugang Hannes Lampert, einen gestandenen Volleyballroutinier, in Spiel zu bringen. Diese Maßnahme war geschuldet dem sich schlagartig ändernden Spielverlauf nach zunächst sehr gutem Start in den dritten Spielabschnitt. 5:0 lag die TG vorne, nachdem sie in sehr solider, ruhiger Spielweise Akt eins und zwei für sich entschieden hatte.

Dann aber schlichen sich Unachtsamkeit und Unkonzentriertheit wie schleichendes Gift ins Mannschaftsgefüge der Gastgeber. Aus kleinen Fehlern bildete sich in der Summe ein immer unklarerer Spielaufbau. Sämtliche Tugenden, die das TG-Spiel bis dahin vor allem im Angriff ausgezeichnet hatten, waren wie weggeblasen. Kaum ein Angriffsball fand mehr des Gegners Boden, sogar die eigene Ordnung auf dem Spielfeld schien zusammenzubrechen. Böse Ahnungen kamen auf – man hatte dergleichen Spielverläufe mit letztlich negativem Ausgang in der Vergangenheit immer wieder erlebt – doch die Trainerin bewies mit ihrer Einwechslung ein gutes Händchen. Lampert brachte wieder Ordnung und Ruhe ins Spiel, mit der Folge, dass der zwischenzeitliche 10:12 Rückstand aufgeholt und in einen knappen Zweipunktevorsprung verwandelt wurde.

Diesen hart erkämpften Vorteil war die TG mit größtem Kampfgeist nicht mehr willens aus der Hand zu geben. Nach einigen gelungenen Angriffsbällen seitens des sehr starken Axel Bloching und einem sehenswerten Stellertrick von Simon Scheerer war es Pirmin Dewor auf der Diagonalen vorbehalten, den verdienten, hart erarbeiteten Schlusspunkt für die TG zu setzen.
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Evi Müllerschön sah sich nach dem Spiel von ihrer Trainingsarbeit bestätigt, meinte sie doch: „Was haben wir an unseren Aufschlägen trainiert!“ Und in der Tat. Selten hat man die TG mit so wenig Fehlversuchen in diesem Bereich erlebt.

Franz Vogel