Triathlon

Triathlon: Tobias Schanne bestreitet IRONMAN Frankfurt

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Der Triathlet der TG Bad Waldsee absolvierte seine erste Langdistanz mit einer super Leistung und beschreibt es „An der Grenze zwischen Himmel und Hölle“. Grenzerlebnis Ironman – selten traf diese Einschätzung so auf eine Langdistanz im Triathlon zu, wie auf den Ironman Frankfurt. Unter klimatischen Bedingungen, wie sie sonst nur beim Klassiker auf Hawaii herrschen, haben am vergangenen Sonntag beim IRONMAN in Frankfurt rund 3.200 Athleten den Dreikampf aus 3,8 Kilometer schwimmen, 185 Kilometer Rad fahren und 42,195 Kilometer laufen absolviert – darunter auch der Aulendorfer Tobias Schanne, welcher für die TG 1848 Bad Waldsee Triathlon zum aller ersten Mal auf diese Distanz an den Start ging. Der Ironman Frankfurt ist schon immer ein Hotspot im Triathlongeschehen. Hier gehen ganz große Namen wie Jan Frodeno, Patrick Lange oder Sebastian Kienle an den Start um sich hier auf den Titel der Europameisterschaft zu holen.

Um ca. 03:00 Uhr fing der sogenannte „längste Tag“ eines Triathleten für die meisten Wettkampfteilnehmer an diesem Tag bereits an. Aufgrund der warmen Wassertemperatur von 25,5 Grad war der Neoprenanzug verbot und die Triathleten mussten ohne die beliebte Schwimmhilfe zurechtkommen.

Um 06:25 Uhr fiel dann der Startschuss aus der Kanone, die Ruhe am Langener Waldsee war dahin, der sog. Rolling Start begann – ca. 20 Minuten nach dem Donnerschlag war auch Tobias Schanne aufgrund der vielen Teilnehmer endlich im Wasser. Nach ordentlichen 1 Stunde und 18 Minuten Schwimmzeit konnte er auch wieder aus dem Wasser steigen.
Danach kam die Paradedisziplin von Tobias – das Rad fahren. Hier musste er aufgrund des verhältnismäßig langsameren Schwimmens das Feld von hinten aufrollen, um Plätze gut zu machen. Die erste, von zwei Runden á 92 Kilometer lief ganz ordentlich, trotz aufkommenden Windes, welcher wie die Temperatur, stetig zu nahm. Die erste Runde war mit einem Schnitt von 35,5 KM/h sehr schnell. In Runde zwei wurde es immer heißer und der Wind nahm zu, frontal von vorne.

Jede sich bietende Möglichkeit sich abzukühlen, von Zuschauern, die mit Ihrem Gartenschlauch aus dem Garten spritzten, dem THW oder der FFW wurde dankend von den Athleten genutzt. Die aufkommende Ermüdung, der brutal warme Wind und das wissen „Du musst nachher noch einen Marathon laufen“ haben dazu geführt, dass Tobias etwas langsamer wurde aber mit 5 Stunden und 25 Minuten für 185 km bei einem Schnitt von 34,1 km/h mit einer sehr guten Radzeit in die Wechselzone einbog. Durch die starke Sonneneinstrahlung wurden die Athleten in der Wechselzone mit Sonnencreme versorgt. Eine Wohltat für die Athleten, die nach ca. 5-7 Stunden Dauerleistung sicher gerne von hübschen Damen eincremen liesen.

Durch das sehr heiße Wetter war Tobias sehr schnell klar, die Zielzeit von 3:30 Stunden kann nicht gehalten werden. Das Thermometer am Mainkai zeigte 38,5 Grad an! Alle 2 Kilometer war es daher wichtig, sich an den Verpflegungsständen mit Wasser, Iso, Salzwasser und Eiswürfel zu versorgen. Dennoch eine grenzwertige Leistung für den Körper – die führende Profi-Triathletin Sarah True musste dies erfahren, als Sie 900m vor dem Ziel kollabierte. Es ist also sehr wichtig auf den Körper zu hören. Es waren insgesamt vier Runden und acht Brücken zu absolvieren. „Man sehnte sich nach jedem Schatten der sich in irgendeiner Weise bietet. Man versucht an andere Dinge zu denken, wie „wo könnte der nächste Urlaub hingehen – vielleicht ins kalte Spitzbergen, da war doch Papa schon mal.“ oder man beobachtet die Zuschauer“ so berichtet Tobias nach dem Rennen.

Nach 3:52 Stunden und insgesamt 10:50 Stunden war es dann soweit – dann kam der rote Teppich! „Ich hatte ihn für mich allein – ich habe mich gefeiert, ich habe das Pubikum gefeiert, ich habe mein Tänzchen auf dem roten Teppich gemacht und dieses einmalige Erlebnis wie in Zeitlupe aufgesaugt – es war mein Moment und der Stadionsprecher schrie “ Tobi now YOU ARE AN IRONMAN“ so berichtet Tobias mit einem großen Grinsen im Gesicht. Mit dieser grandiosen Leistung konnte Tobias Schanne bei diesen Bedingungen seine erste Langdistanz als 328 von über 3200 Teilnehmern abschließen.