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Spielbericht Herren 1 – Oberliga – SG Schmiden/Korb vs. TG Bad Waldsee

Herren 1

TG-Männer auf Tuchfühlung zum Relegationsplatz

3:2 (17:25, 25:11, 23:25, 25:22, 17:15)

Auswärtssieg beim Tabellenzweiten SG Schmiden/Korb

Von Franz Vogel

Die Geschichte der außergewöhnlichen Begegnungen zwischen der TG und der Spielgemeinschaft Schmiden/Korb hat sich am Samstagabend in der Neuen Schmidener Sporthalle um erneutes hochdramatisches Kapitel fortgesetzt. Es handelte sich um ein Match auf allerbestem Oberliganiveau sowohl in technischer, als auch spieltaktischer Hinsicht. Dazu kam auf beiden Seiten ein nahezu unbegrenzter Kampfeswille – keine Mannschaft war zu irgendeinem Zeitpunkt bereit, auch nur eine Handbreit an Boden abzugeben. Nach dem Spiel sprach TG-Trainer Peer Auer, von „einem der besten Spiele meiner Mannschaft.“

Auer wollte in seiner Spielanalyse keinen seiner Schützlinge besonders herausheben. „Alle haben heute ihr Bestes gegeben, egal wer gerade eingesetzt wurde. Auch von der Bank kam wieder eine Bombenstimmung. Die Jungs dürfen zurzeit den Lohn für ihre jahrelangen Mühen ernten.“ Auer mag sich selbst dabei vergessen haben, doch zeigte dieser Abend in der Stuttgarter Vorstadt eindrucksvoll die Möglichkeiten dieser Bad Waldseer Mannschaft, nicht zuletzt ein Produkt konsequenter, disziplinierter Trainingsarbeit.

Gleich zu Beginn demonstrierte die TG mit kraftvollen Angriffen über die Mitte, wo Ralf Sauerbrey ein bemerkenswertes  Spiel ablieferte, ihren festen Vorsatz, vor dem favorisierten Tabellenzweiten nicht zu kuschen. Im Gegenteil. Mit drei Punkten ging Weißschwarz rasch in Führung, bis beim 12:12 den Gastgebern der Ausgleich gelang.  In der Folge hatten die Unterländer ihre beste Phase, als vor allem der in ihren Reihen die Regie führende Jörg Amann die Waldseer Defensive vor unlösbare Aufgaben stellte. Der ehemalige Beachvolleyball Bronzemedaillengewinner von Sydney beherrschte mit seinem Blick und Händchen die Szenerie, der Satzgewinn der SG die logische Folge. Daran änderte auch der zeitweilige Einsatz von Axel Bloching nichts.

Unbeeindruckt allerdings gingen die TG-Männer in den zweiten Spielabschnitt, den sie mit risikoreichen Aufschlägen beherrschten. Plötzlich wackelte die bis dahin herausragende Annahme der Platzherren. Wenig bis gar nichts hatten sie dem Feuerwerk, das Zuspieler Simon Scheerer in der Folge abbrannte, entgegen zu setzen. Ein ums andere Mal spielte er Diagonal Pirmin Dewor an, der – in der Form seines Lebens reihenweise Punkte verbuchte. Dazu kam die solide, seit Wochen beeindruckende Form von Lucas Romer, der nicht nur im Angriff, sondern auch im Block Zeichen setzte. Auch der andere Außenangreifer Jan Herkommer, sah sich dem hohen gegnerischen Block durchaus gewachsen.

Hart umkämpft entwickelte sich der dritte Satz. Zunächst nahmen die Auer-Männer das Kommando in die Hand und konnten bis zum 23:23 stets in Führung mit zwei, drei Punkten bleiben. Doch bereits der nächste Ballwechsel sah die die SG vorne und die routinierten SG-Spieler verwandelten eiskalt bereits den ersten Satzball.

Nun lastete der Druck gewaltig auf den Oberschwaben. Obwohl die Devise gelautet hatte, dass man als Außenseiter in dieses Spiel geht und absolut nichts zu verlieren hätte, hielten die Kurstädter nun mit Macht dagegen. Pascal Eisele – nach einer Pause wieder einsatzfähig-  lieferte eine ausgezeichnete Partie als Libero ab, so dass Simon Scheerer verwertbare Bälle bekam, mit denen er seine Angreifer außen und in der Mitte füttern konnte. Seine Leistung ist umso bemerkenswerter, als er seit Monaten als einziger Zuspieler manchmal über fünf Sätze die Verantwortung zu stemmen hat. Jan Herkommer war es schließlich, der mit einer kleinen Aufschlagsserie den vierten Satz zugunsten der TG entschied. Der TieBreak war erreicht, die TG ahnte ihre Chance.

Im fünften Abschnitt konnte sich zunächst keiner der Kontrahenten entscheidend absetzen. Mit 8:7 für die Gäste wurden letztmals die Seiten gewechselt, bevor beide Teams einen finalen, an Spannung kaum zu überbietenden Showdown boten. Bereits beim Stand von 14:13 erreichten die Auer-Schützlinge den ersten Matchball. Die SG wehrte jedoch ab. Der zweite TG-Versuch bei 15:14 scheiterte ebenso. Unverdrossen kämpften die Oberschwaben weiter. Am Ende war es ein Bad Waldseer Doppelblock von Manuel Perner und Simon Scheerer, an dem der letzte Schmetterball  der SG zerschellte. Zwar hechelte der einheimische Libero blitzschnell dem abgewehrten Ball hinterher. Umsonst.

Ein ganz hart umkämpfter Sieg der TG, mit ein bisschen Fortune, verdient auf jeden Fall. Für das letzte Spiel des Jahres, der letzten Vorrundenbegegnung zuhause gegen den hoch favorisierten Spitzenreiter MTV Ludwigsburg nächsten Samstag stehen die Zeichen bestens.