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Schwarzes Wochenende für Bad Waldsees Oberliga-Volleyballer

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Zwei Heimniederlagen mit 0:3 gegen den VfB Ulm und 2:3 gegen den TSV Bad Saulgau
Von Franz Vogel

Die hoch gesteckten Erwartungen dieses Wochenendes haben sich für das Team Herren I der TG Bad Waldsee nicht erfüllt. Mit einem klaren und dennoch unnötigen 0:3 gegen den VfB Ulm und einem 2:3 gegen den TSV Bad Saulgau setzte die TG ihre unrühmliche Rückrundenserie fort. Die Männer der TG Bad Waldsee hätten – bei einem erfolgreich gestalteten Wochenende – frühzeitig ihren zweiten Tabellenplatz in trockene Tücher bringen können. Immerhin ging es mit Ulm gegen ein Team aus dem Mittelfeld und im Falle Bad Saulgau gegen einen potenziellen Absteiger, die Ernüchterung jedoch nach den beiden Heimauftritten folgte auf dem Fuß.

Die Absicht, über einen zweiten Rang in der Schlussabrechnung noch nach oben schielen zu können, hat sich vor allem in Hinsicht auf das schwere Restprogramm der TG mit diesen Ergebnissen erledigt. Stattdessen müssen die Gropper-Schützlinge der Tatsache ins Auge sehen, von den sieben Rückrundenspielen nur zwei erfolgreich abgeschlossen zu haben. Anders ausgedrückt, gäbe es eine reine Rückrundentabelle, befände sich die TG wohl auf dem zweitletzten Rang, was den sicheren Abstieg bedeuten würde. Womit man sich wieder mit den Aussagen der Verantwortlichen vom Saisonbeginn trifft, als deren Zielsetzung Klassenerhalt lautet e.

TG Bad Waldsee – VfB Ulm (26:28, 22:25, 18:25)
Vollkommen überraschend hatte sich am Samstagabend die Auseinandersetzung mit dem VfB Ulm entwickelt. Der gastgebende Tabellenzweite ließ von Beginn an alle Eigenschaften vermissen, die eine Mannschaft auszeichnet, die wochenlang als fast souveräner Tabellenführer aufgetreten war. Zögerlich nur entwickelten sich die Aufbauszenen, allenfalls die Defensive mit dem erstmals als Libero eingesetzten Jan Herkommer erfüllte die Ansprüche. Vollkommen indiskutabel das Blockverhalten der Weißschwarzen, unzureichend die Abstimmung zwischen Zuspiel und Angriff. Der VfB Ulm ist eigentlich eine ein wenig in die Jahre gekommene Truppe, die aufgrund ihrer Routine und Erfahrung den Braten vorzeitig roch und ihrerseits das Beste aus dem TG-Angebot machte.

Mit einfachen, schnellen und ungemein effizienten Spielzügen, häufig abgeschlossen mit krachenden Schmetterbällen, logischer Weise der Waldseer Blockschwäche geschuldet, übernahmen die Donaustädter nach dem hart umkämpften ersten Durchgang das Kommando. Hatte die TG noch im Laufe des ersten Satzes mehrfach deutlich geführt, langte es am Schluss einfach nicht, die mental sehr stark agierenden Ulmer zu bremsen. Dieses änderte sich im Lauf des Spiels in keinster Weise, vielmehr entglitt der TG zusehends das Gesetz des Handelns. Vollkommen verdient erreichten die Gäste mit immer klareren Spielzügen ihre Ziele. Es war mit Sicherheit die schwächste Vorstellung der TG in dieser Spielzeit, die Truppe wirkte, als habe sie ihre Seele verloren und wäre auf der Suche nach ihr.

TG Bad Waldsee – TSV Bad Saulgau 2:3 (25:20, 23:25, 25:19, 23:25, 13:15)
Niemand hatte erwartet, die TG am nächsten Tag wesentlich anders auftreten zu sehen. Und doch erlebten die wieder zahlreich erschienenen Fans eine andere Mannschaft. Ein Team, das wenigstens bereit schien, sich der offensichtlichen Krise zu stellen um die gegebenen Möglichkeiten nach Kräften zu nutzen. Auffällig auch, wie sehr sich das Gesicht der Mannschaft innerhalb von wenigen Wochen verändert hat. Die komplette Schlussphase, fast zwei Sätze lang, standen von der noch an Weihnachten angenommenen – inclusive Libero – Stammsieben gerade noch zwei Spieler auf dem Feld.

Und diese lange Monate als Ergänzungsspieler geduldig abwartenden Männer boten teilweise Leistungen, die man von ihnen so nicht erwartet hätte. Allen voran der auf der Annahme- und Außenangreiferposition auch durch seine Aufschläge sehr überzeugende Julian Niedermaier. Eine tadellose Leistung bot noch einmal der Ersatzlibero Jan Herkommer, wie überhaupt das Annahmeverhalten bei sehr starken Bad Saulgauer Aufschlägen positiv verbucht werden kann. Umso rätselhafter, was danach das Bad Waldseer Spiel belastete. Eigentlich sollte, wenn die angenommenen Bälle halbwegs verwertbar zum Zuspieler kommen, dieser in Gemeinschaftsarbeit mit den Angreifern, den einen oder anderen erfolgreichen Angriff platzieren können. Dies gelang gegen Bad Saulgau nur phasenweise, was sich in der Endabrechnung als nicht genügend herausstellte. Es nützt auch nichts, festzustellen, dass die gesamten Spielpunkte des Nachbarschaftsduells eindeutig zugunsten der Platzherren verteilt wurden. Im Umkehrschluss bedeutet das ein kollektives mentales Versagen des Nochtabellenzweiten bei den entscheidenden Bigpoints.

Nun ist der TSV Bad Saulgau weiß Gott keine Übermannschaft und deutlich schwächer als am Vortag Ulm aufgetreten. Umso bedenklicher die aktuelle Blockade der Kurstädter, die den Eindruck machen, als sehnten sie das Ende dieser Spielzeit herbei, um sich neu sortieren zu können. Allerdings hat die Mannschaft am nächsten Samstag beim letzten Heimspiel dieser Runde, die Chance, im Duell mit dem unmittelbaren Konkurrenten ASV Botnang, die Dinge wieder zurecht zu rücken.