BadmintonHeiko macht …

Heiko macht … Badminton: Wer (zu) hoch spielt, wird hoch verlieren

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“Du willst es heute also mal bei uns versuchen”, empfängt mich Jacky in der Durlesbachhalle in Reute. Und fügt schmunzelnd hinzu: “Sicher kein Problem, Federball kann ja schließlich jeder.” Federball bekomme ich tatsächlich ganz gut hin. Hat aber mit Badminton gefühlt so viel gemeinsam wie der Schönwetter-Fahrradausflug am Sonntagnachmittag mit der Tour de France, wie sich zeigen wird …

Ich bin Heiko, seit 2016 Vorstand Öffentlichkeitsarbeit in der TG Bad Waldsee. Meine sportliche Leidenschaft ist die Kampfkunst Karate. In der TG habe ich inzwischen einige, jedoch längst nicht alle Angebote kennengelernt. Das wird sich jetzt ändern. Denn hin und wieder tausche ich den Karate-Gi gegen normale Sportklamotten und besuche eine der zahlreichen TG-Übungsgruppen. Was heißt “besuche” − ich mache mit. Denn es heißt ja nicht umsonst:

 

Heiko macht … Badminton

Wir starten unter Jackys Anleitung mit etwas sportartspezifischer Erwärmung. Ein kurzes Lauf-ABC bringt Beine und Kreislauf in Schwung. Weitere Übungen mobilisieren den ganzen Körper, andere sorgen für die Vordehnung der wichtigsten Muskelgruppen. Nach zehn Minuten übernimmt Mittwochstrainer und Abteilungsleiter Ralf das Zepter. Lockeres Einspielen ist angesagt. Ein paar Bälle hin und her, dann gibt’s die erste Anweisung: Netz-Drop aus dem Vorderfeld. Während meine Spielpartnerin Sabine den Ball scheinbar mühelos und gezielt über die Netzkante “tropfen” lässt, muss ich mich ständig bücken. Entweder bekomme ich ihren Ball gar nicht erst oder mein Rückschlag landet im Netz. Klappt es doch mal, hat die Flugkurve meines Balles deutlich mehr Abstand von der Netzkante. Und selbst das ist mehr Glück als Können.

Etwas einfacher gestaltet sich das folgende Zuspiel aus dem Mittelfeld, das schnell und flach über die Netzkante erfolgen soll. Meine Freude weilt jedoch nur kurz. Die Anweisung “lang – lang – kurz” holt mich in die Realität des Badminton-Sports zurück. Nach zwei langen Bällen, die jeweils in das gegnerische Hinterfeld gespielt werden, ist der dritte durch kurzes Spiel im Vorderfeld des Gegners zu platzieren. Ich will nicht lange drum herumreden: Die langen Bälle sind weniger mein Problem … 😉

 

Flach spielen, hoch gewinnen

Nach den Basics geht’s ans Spiel. Sabine und ich tun sich mit Sarah und Raphael, die sich neben uns eingespielt haben, zum gemischten Doppel zusammen. Der Neuling steht also mit wettkampferprobten Ligaspielern auf dem Court. Drei spielen Badminton, einer kann Federball. Während alle drei das Badminton-Motto “flach spielen, hoch gewinnen” verinnerlicht haben, zeigt sich bei mir bereits im ersten Satz eine deutliche Diskrepanz zwischen wollen und können. Und zwar hinsichtlich Schlagtechnik und Stellungsspiel. Zum Glück habe ich mit Sabine eine Doppelpartnerin, die noch ein paar Punkte rettet und uns vor dem totalen Fiasko bewahrt. Für einen Sieg reicht es hinten und vorne nicht. Wer wie ich nur hoch spielen kann, wird eben auch hoch verlieren.

Damit jeder ins “Heiko macht”-Doppel kommt, wechseln wir nach jedem Satz die Konstellation. Meine Schläge werden gefühlt etwas besser. Zumindest kann ich den Ball häufiger über die Netzkante und ins gegnerische Feld befördern. Auch wenn dessen Flugbahn dabei mehr nach Federball als nach Badminton aussieht. Dafür fehlt mir noch immer der Überblick: Wer hat wann Aufschlag? Stehe ich besser hinten oder vorn, links oder rechts? Jeder meiner Doppel-Partner ist da ziemlich geduldig mit mir.

 

Das Handicap … bin ich

Nach drei Sätzen ist dann endgültig klar: Ich bin das Handicap in dieser Vierer-Runde. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch: Weder bei meinen Spielpartnern noch bei mir. Und auch nicht bei den Jugendspielerinnen, die sich inzwischen am Spielfeldrand eingefunden haben. Warum sie nicht im Hallendrittel nebenan selbst spielen? Weil sie “zuschauen und lernen” wollen, sagen sie. Na, dann garantiert nicht von mir und meiner sicher etwas exotisch anmutenden Spielweise. Aber was soll’s: Tun wir ihnen und uns den Gefallen und spielen wir noch ein paar Sätze …

Hobby oder Wettkampf – beim Badminton (im Bild die Übungsgruppe Erwachsene inkl. Jugend ab 16) findet jeder einen passenden Spielpartner.

 

Mein Fazit:
Ob als Freizeit- oder Wettkampfsport: Beim Badminton sind Tempo, Technik und Überblick gefragt. Wer will (und kann), kommt hier ordentlich in Bewegung und ins Schwitzen. Gäste und Anfänger sind zum Schnuppertraining willkommen (bitte vorher beim Trainer melden), Leihschläger vorhanden.

Badminton in der TG 1848 Bad Waldsee; Montag, Mittwoch oder Freitag in der Durlesbachhalle Reute, weitere Infos und Anmeldung

Ihr wollt „Heiko macht …“ in Eurer TG-Übungsgruppe? Dann schreibt mir einfach eine E-Mail oder eine Nachricht auf Facebook!

Bildergalerie „Heiko macht … Badminton“ (alle Fotos Christof Rauhut):